Strafbefehl erhalten - Was tun?

Strafbefehl erhalten? Das sollten Sie jetzt wissen!

Ein Strafbefehl kommt für viele Betroffene überraschend. Statt einer Vorladung zur Gerichtsverhandlung liegt plötzlich ein offizielles Schreiben des Amtsgerichts Frankfurt im Briefkasten – oft verbunden mit einer Geldstrafe, Fahrverbot oder sogar der Entziehung der Fahrerlaubnis. Viele fragen sich dann: Muss ich das akzeptieren? Sollte ich Einspruch einlegen? Und was passiert, wenn ich nichts tue?

In diesem Ratgeber erfahren Sie verständlich erklärt:

  • was ein Strafbefehl überhaupt ist,
  • wann er erlassen wird,
  • welche Folgen drohen,
  • wie die Einspruchsfrist funktioniert,
  • und wann anwaltliche Unterstützung sinnvoll ist.

Sie haben einen Strafbefehl erhalten? Kontaktieren Sie sofort einen Strafverteidiger.
Ich bin für Mandanten unter meiner Notfallnummer24 Stunden täglich erreichbar.

Was ist ein Strafbefehl?

Der Strafbefehl ist ein vereinfachtes Strafverfahren ohne mündliche Hauptverhandlung. Das Amtsgericht (beispielsweise Amtsgericht Frankfurt) entscheidet dabei auf Grundlage der Ermittlungsakte – also ohne persönliche Anhörung des Beschuldigten. Das Strafbefehlsverfahren ist ein schriftliches Verfahren, bei dem nur eine summarische Prüfung stattfindet. Es dient der Verfahrensbeschleunigung und ermöglicht eine Straffestsetzung ohne Hauptverhandlung und Urteil.

Die Staatsanwaltschaft beantragt den Strafbefehl beim Amtsgericht, wenn sie den Sachverhalt für ausreichend geklärt hält - ein hinreichender Tatverdacht besteht - und keine öffentliche Hauptverhandlung für erforderlich ansieht.

Ein Strafbefehl kommt typischerweise bei „leichteren“ Straftaten infrage, zum Beispiel:

  • Körperverletzung
  • Betrug
  • Diebstahl
  • Beleidigung
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis
  • Trunkenheit im Verkehr
  • Steuerstraftaten
  • Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz

Der große Unterschied zur klassischen Anklage:

Ohne Einspruch gegen den Strafbefehl, wird der Strafbefehl rechtskräftig – und steht rechtlich einem Urteil gleich.

Welche Strafen können im Strafbefehl enthalten sein?

Ein Strafbefehl kann verschiedene Rechtsfolgen enthalten. Besonders häufig sind:

  • Geldstrafen
  • Fahrverbote
  • Entziehung der Fahrerlaubnis
  • Einziehung von Gegenständen oder Geldbeträgen
  • Bewährungsstrafen (unter bestimmten Voraussetzungen)

Die Geldstrafe wird in sogenannten Tagessätzen berechnet.

Beispiel:

40 Tagessätze zu je 50 Euro = 2.000 Euro Geldstrafe

Die Anzahl der Tagessätze richtet sich nach der Schwere der Tat.
Die Höhe eines einzelnen Tagessatzes orientiert sich grundsätzlich am Einkommen.

Bis 90 Tagessätze wird eine Verurteilung nicht in das Führungszeugnis aufgenommen, wenn keine weitere Strafe im Register eingetragen ist oder keine anderweitige Ausnahme vorliegt.

Warum erhalten viele Menschen einen Strafbefehl?

Das Strafbefehlsverfahren soll Gerichte entlasten und Verfahren beschleunigen. Deshalb wird es häufig eingesetzt.

Für die Justiz hat das Vorteile:

  • schnellere Verfahren
  • weniger Gerichtstermine
  • geringerer Aufwand

Für Betroffene birgt das allerdings Risiken. Denn auch im Strafbefehlsverfahren können Fehler passieren:

  • unvollständige Ermittlungen
  • falsche Zeugenaussagen
  • Missverständnisse
  • fehlerhafte rechtliche Bewertungen
  • zu hohe Tagessätze
  • unverhältnismäßige Strafen

Gerade deshalb sollte ein Strafbefehl niemals ungeprüft akzeptiert werden.

Wie lange habe ich Zeit für einen Einspruch gegen einen Strafbefehl?

Die wichtigste Frist lautet:

Zwei Wochen ab Zustellung

Der Einspruch muss innerhalb von zwei Wochen beim zuständigen Gericht eingehen.

Entscheidend ist nicht das Datum auf dem Schreiben, sondern der tatsächliche Zustellungszeitpunkt.

Wer die Frist versäumt, hat nur noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten.
Dann wird der Strafbefehl rechtskräftig.

Wie legt man Einspruch gegen einen Strafbefehl ein?

Der Einspruch muss gegenüber dem Gericht erklärt werden.

Das geht grundsätzlich:

  • schriftlich
  • oder persönlich bei der Geschäftsstelle des Gerichts
  • sowie über den Anwalt.

Wichtig ist vor allem die rechtzeitige Einlegung.

Sollte man immer Einspruch gegen einen Strafbefehl einlegen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Ein Einspruch kann sinnvoll sein, wenn:

  • der Tatvorwurf falsch ist,
  • Beweise fehlen,
  • die Strafe zu hoch erscheint,
  • die Tagessatzhöhe falsch berechnet wurde,
  • ein Fahrverbot droht,
  • berufliche Konsequenzen zu erwarten sind,
  • oder ein Eintrag im Führungszeugnis vermieden werden soll.

Manchmal ist auch ein sogenannter beschränkter Einspruch sinnvoll – etwa nur gegen die Höhe der Geldstrafe.

Andererseits kann ein Einspruch auch Risiken mit sich bringen.
In der Hauptverhandlung darf grundsätzlich auch eine höhere Strafe verhängt werden, es gilt kein Verschlechterungsverbot.

Deshalb sollte die Situation immer individuell geprüft werden.

Wenn Sie einen Strafbefehl erhalten haben, kontaktieren Sie umgehend Ihren Strafverteidiger. Ich berate Sie zu Risiken sowie den Vor- und Nachteilen eines Strafbefehls sowie den Aussichten eines Einspruchs.

Denn ein Strafbefehl bietet auch diverse Vorteile: Sollte eine Einstellung oder Freispruch nicht zu erreichen sein, ermöglicht ein Strafbefehl eine Verurteilung ohne eine belastende öffentliche Hauptverhandlung und vermeidet höhere Kosten und spart Zeit.

Was passiert nach dem Einspruch gegen den Strafbefehl?

Nach einem fristgerechten Einspruch kommt es normalerweise zur Hauptverhandlung vor Gericht.

Dann gilt:

  • Zeugen können gehört werden
  • Beweise werden geprüft
  • der Angeklagte kann sich äußern
  • der Sachverhalt wird erneut bewertet

Erst danach entscheidet das Gericht durch Urteil.

In manchen Fällen kann das Verfahren auch eingestellt werden.

Kann ein Anwalt helfen?

Gerade im Strafrecht kann anwaltliche Unterstützung entscheidend sein.

Ein Strafverteidiger kann unter anderem:

  • Akteneinsicht beantragen,
  • die Beweislage prüfen,
  • Fehler erkennen,
  • die Erfolgsaussichten eines Einspruchs einschätzen,
  • mit Gericht oder Staatsanwaltschaft verhandeln,
  • und Sie in der Hauptverhandlung vertreten.

Viele Betroffene wissen ohne Akteneinsicht gar nicht, welche Beweise überhaupt gegen sie vorliegen.

Genau deshalb ist eine frühzeitige Prüfung oft sinnvoll.

Häufige Fehler nach Erhalt eines Strafbefehls

1. Frist versäumen

Die Zwei-Wochen-Frist läuft schnell ab.
Wer zu lange wartet, verliert oft wichtige Möglichkeiten.

2. Nicht reagieren

Viele hoffen, „dass sich die Sache irgendwie erledigt“.
Das passiert nicht.

3. Unüberlegt Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen

Ein Einspruch sollte strategisch geprüft werden.
Nicht jeder Fall profitiert automatisch davon.

4. Geldstrafe unterschätzen

Auch kleinere Strafbefehle können Auswirkungen auf beispielsweise:

  • Führungszeugnis,
  • Beruf,
  • Aufenthaltsstatus,
  • Beamtenverhältnis,
  • Versicherungen,
  • oder Fahrerlaubnis

haben.

Fazit: Strafbefehl ernst nehmen

Ein Strafbefehl ist keine bloße Verwarnung.
Er kann erhebliche rechtliche und persönliche Folgen haben.

Besonders wichtig:

  • Fristen beachten
  • keine vorschnellen Entscheidungen treffen
  • Vorwürfe und Beweise nach Akteneinsicht prüfen lassen
  • mögliche Konsequenzen frühzeitig einschätzen

Ob ein Einspruch gegen einen Strafbefehl sinnvoll ist, hängt immer vom konkreten Einzelfall ab.

Wer unsicher ist, sollte möglichst früh rechtlichen Rat einholen.

Sie haben einen Strafbefehl erhalten? Kontaktieren Sie sofort einen Strafverteidiger.
Ich bin für Mandanten unter meiner Notfallnummer24 Stunden täglich erreichbar.


Strafverteidiger in Frankfurt – Rechtsanwalt Thomas Hardt

Rechtsanwalt Thomas Hardt ist als Strafverteidiger in Frankfurt am Main tätig und vertritt Mandantinnen und Mandanten in sämtlichen Bereichen des Strafrechts – vom Ermittlungsverfahren bis zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht oder Landgericht.

Als erfahrener Rechtsanwalt für Strafrecht in Frankfurt unterstütze ich Sie insbesondere bei:

Gerade im Strafrecht gilt: Schweigen Sie und holen Sie frühzeitig anwaltlichen Rat ein.
Viele Fehler entstehen in den ersten Stunden eines Ermittlungsverfahrens oder unmittelbar nach Erlass eines Haftbefehls. Eine frühzeitige Verteidigungsstrategie kann entscheidend für den weiteren Verlauf und den Ausgang des Verfahrens sein.

Wenn gegen Sie ermittelt wird, eine Durchsuchung stattgefunden hat oder ein Haftbefehl im Raum steht, sollten Sie unverzüglich Kontakt zu einem Strafverteidiger in Frankfurt aufnehmen.

Kontakt – Kanzlei Hardt, Frankfurt am Main

Rechtsanwalt Thomas Hardt
Strafverteidiger in Frankfurt am Main

Telefon: +49 15172488847
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